Der verordnende Arzt hat bei Ihnen eine funktionelle, organische oder psychogene Dysphonie (Stimmstörung) diagnostiziert. Eine Stimmstörung entwickelt sich häufig durch falschen Stimmgebrauch oder auch nach einer Operation (z. B. Schilddrüsen-OP). Seltener treten psychogene Stimmstörungen auf. Die Stimmtherapie ist eingebettet in dem großen Zusammenhang von Körper – Atmung – Stimme.

Eine logopädische Verordnung für Stimmtherapie macht vielleicht fragend: Was erwartet mich ? Wie kann man denn Stimme verändern?

In der Stimmtherapie wird zunächst an einer physiologischen Atmung und einer optimalen Körperspannung als Voraussetzung für die Stimmgebung gearbeitet. Unter den Therapiebereich Phonation (Stimmgebung) fallen dann Begrifflichkeiten wie Resonanz, Lautstärke, Tonhöhe, Stimmeinsatz, Schwellton, die erst einmal relativ fremd sind, so wie auch die Wahrnehmung für körperliche Abläufe bezgl. der Atmung und der Stimmproduktion. In der logopädischen Therpaie werden Theorie und Praxis behandelt, denn ein Verstehen der Zusammenhänge vertieft die Thematik und schafft auch einen Bezug zu sich selbst, es entwickelt sich eine Sicht für die eigene Stimme.

Meine Idee von Stimmarbeit beschränkt sich nicht ausschließlich auf das „technische“ Arbeiten, sondern berücksichtigt (bei Bedarf und je nach Diagnose) körperliche und psychische Prozesse gleichermaßen.

Wie nah ist die Stimme am eigenen Wesen? Was zeigt meine Stimme von mir? Was sagt sie über mich? Ist der Zusammenhang von Stimme und Stimmung bedeutend? In der Stimmarbeit kann ein Bewusstsein für die Stimme entwickelt werden.

Es gibt auch in diesem Bereich ein Vielzahl von Therapiemethoden. Die individuelle Symptomatik und die Vorlieben des Patienten entscheiden die Wahl der Therapiemethoden mit.